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Um sich Deinem Motiv mit Hilfe der Blitztechnik zu nähern, ist der Einsatz eines ferngesteuerten Blitzes sicherlich die aufwendigste Art und Weise zu fotografieren. Andererseits ist diese Methode auch die effektivste, um Dein Bild bestmöglich zu gestalten. Ferngesteuert blitzen kannst Du auf zweierlei Wegen: das könnte ein Systemblitz mit kameragesteuerter Fern-TTL-Steuerung sein, oder auch ein System basierend auf einen Slave- bzw. Servoblitzaufbau sein. Mit der Möglichkeit steuerst Du die Beleuchtung der Hütte direkt und gehst kein Risiko durch Farbverfälschungen, hervorgerufen durch das bräunliche Bastdach und farbverschobene Reflexlicht ein. Das würde sehr wahrscheinlich der Fall sein, wenn Du lediglich mit einem externen Elektronenblitz auf dem Blitzschuh der Kamera und zur Decke geschwenkten Reflektor fotografieren würdest.
Gehen wir einfach mal von dem Fall aus, dass Du vor Deinem ohnehin schon teuren Urlaub nicht richtig tief in die Tasche gegriffen hast, um Dir einen externen steuerbaren TTL-Blitz zu leisten. Da hätte Tante Gerti auch sicher gestreikt, denn dank Dir ist aus dem 5-Sterne-Wunsch-Hotel nur ein 3 Sterne Plus geworden. Aber sauber isset...
Doch zurück zur schönen Holzhütte ohne Glas in den Fenstern. Du befestigst den kleinen Servo-Auslöser an Deinem externen Blitz (auch Slave-Auslöser genannt). Du richtest den externen Blitz weiter vorne rechts in der Hütte aus, dass er seitlich die gegenüberliegende Wand, an der auch Dein Fenster ist, anstrahlt. Dann klappst Du den Kamerablitz aus, der als optischer Fernauslöser beim Betätigen des Auslösers den Slaveblitz zünden wird. Die Blitzstärke des externen Blitzes musst Du am Blitz selbst regeln, was erst nach einem Testfoto möglich sein wird.
Deine DSLR setzt Du in den Modus Zeitautomatik, um mit einer kleinen Blendenöffnung fotografieren zu können. Die ermöglicht einen grösseren Schärfentiefenbereich, den Du brauchst, um noch etwas von der Landschaft scharf abzubilden, die Du durch das Fenster siehst. Du versuchst es mit der Blende f11, die Kamera wird die Lichtmenge des Kamerablitzes entsprechend steuern. Sie steuert allerdings nicht die Lichtmenge des externen Blitzes. Übrigens, Du solltest keine Einstellung namens "Rote-Augen-Blitz" oder "Vorblitz" wählen, denn der externe Blitz löst mit dem ersten Kamerablitz aus. Bei der Rote-Augen-Funktion schiesst die DSLR nämlich erst einen Scheinblitz ab, um dann erst mit dem zweiten Blitz wirklich zu fotografieren. Dann wäre Dein externer Slaveblitz mit seiner Ladung bereits beim ersten Blitz durch.
Nun gilt es, das Foto auf dem Display kritisch zu betrachten, wie die Leuchtstärke des externen Blitzes zum Bild passt. Eventuell musst Du die Leuchtstärke reduzieren oder eben erhöhen. Dann fotografierst Du mit ansonsten identischen Einstellungen noch mal. Auf diese Art wird Dein Foto ein ausgewogen beleuchtetes Hütteninneres zeigen und ebenso eine halbwegs korrekt belichtete Landschaft im Fenster der Hütte. Durch die Vergrösserung des Schärfentiefenbereiches erscheint die Landschaft nicht nur als ein undeutliches Irgendwas, sondern zeigt Struktur und zumindest im vorderen Bereich eine ausreichende Schärfe, sowie Detailtreue.
Mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wirst Du ein Foto auf der Speicherkarte eingefangen haben, das genauso so geworden ist, wie Du es Dir im Kopf bereits vorgestellt hast.
Perfekt!
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